DSH-Prüfung bestehen: Vorbereitung, Ablauf und Tipps 2026 June

So bereitest du dich auf die DSH-Prüfung vor: Ablauf, Bewertung, Lernplan und praktische Tipps für Leseverstehen, Hörverstehen und Textproduktion.

DSH-PrüfungBy Petra KleinJun 7, 202616 min read
DSH-Prüfung bestehen: Vorbereitung, Ablauf und Tipps 2026 June

Die DSH-Prüfung entscheidet für viele internationale Studierende darüber, ob das Studium in Deutschland beginnen kann. Sie ist keine reine Vokabelprüfung, sondern ein Nachweis, dass du dem akademischen Alltag sprachlich gewachsen bist. Gut vorbereitet ist sie absolut machbar, denn die geprüften Fähigkeiten lassen sich gezielt trainieren. Dieser Leitfaden zeigt dir, wie die Prüfung abläuft, wie sie bewertet wird und mit welchem Lernplan du sicher das nötige Niveau erreichst.

Anders als bei einem klassischen Sprachtest geht es bei der DSH darum, wissenschaftliche Texte zu verstehen, Vorträgen zu folgen, eigene argumentierende Texte zu schreiben und im Gespräch fachlich zu reagieren. Wer diese vier Kompetenzen systematisch übt, baut nicht nur Prüfungsangst ab, sondern legt zugleich das sprachliche Fundament für ein erfolgreiches Studium. Genau darauf zielt die DSH ab: Sie misst deine Studierfähigkeit auf Deutsch.

Im Folgenden findest du eine realistische Einschätzung des Aufwands, einen Wochenplan, der sich an deinen Alltag anpassen lässt, sowie konkrete Strategien für jeden einzelnen Prüfungsteil. Damit weißt du nach der Lektüre genau, woran du arbeiten solltest und wie du deine Zeit bis zum Prüfungstermin am besten einteilst.

Viele Bewerberinnen und Bewerber unterschätzen, wie sehr sich die DSH von einem normalen Sprachkurs unterscheidet. Im Alltag genügt es oft, sich verständlich zu machen. An der Hochschule dagegen musst du komplexe Sachverhalte präzise verstehen und selbst ausdrücken können. Genau diese Lücke schließt eine gute DSH-Vorbereitung: Sie hebt dein Deutsch vom Alltagsniveau auf ein akademisches Niveau. Wenn du das von Anfang an im Blick hast, fällt es dir leichter, deine Übungszeit sinnvoll zu nutzen und dich nicht in Nebensächlichkeiten zu verlieren.

Ein hilfreicher erster Schritt ist eine ehrliche Standortbestimmung. Mache zu Beginn deiner Vorbereitung einen vollständigen Übungstest in jedem Bereich und schau dir nüchtern an, wo du stehst. Vielleicht stellst du fest, dass dein Leseverstehen schon recht gut ist, das Schreiben oder die wissenschaftssprachlichen Strukturen aber noch deutlich Luft nach oben haben. Aus dieser Bestandsaufnahme leitest du dann deinen persönlichen Schwerpunkt ab.

Ohne diese Diagnose besteht die Gefahr, dass du viel Zeit in Bereiche steckst, die ohnehin schon sitzen, während die eigentlichen Schwachstellen unbearbeitet bleiben. Wiederhole die Standortbestimmung daher in regelmäßigen Abständen, um deinen Fortschritt zu messen und den Plan bei Bedarf nachzujustieren.

Auf einen Blick: Die DSH prüft Hörverstehen, Leseverstehen mit wissenschaftssprachlichen Strukturen, Textproduktion und mündlichen Ausdruck. Für die meisten Studiengänge brauchst du DSH-2, also mindestens 67 Prozent. Wer alle vier Bereiche regelmäßig trainiert, erreicht dieses Niveau zuverlässig. Beginne deine Vorbereitung mehrere Wochen oder Monate vor dem Termin und übe jeden Teil bewusst.

Wie läuft die DSH-Prüfung ab?

Die DSH besteht aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil. Der schriftliche Teil nimmt den größten Raum ein und wird an einem festgelegten Termin unter Aufsicht abgelegt. Du beginnst meist mit dem Hörverstehen: Ein wissenschaftlicher Vortrag wird vorgetragen, in der Regel zweimal, und du beantwortest anschließend Fragen oder fasst die Inhalte zusammen. Danach folgt das Leseverstehen, das eng mit den wissenschaftssprachlichen Strukturen verbunden ist. Hier liest du einen längeren Text und bearbeitest Aufgaben zu Inhalt, Aufbau und Wortschatz sowie Umformungsaufgaben.

Den schriftlichen Teil schließt die Textproduktion ab. Du verfasst einen zusammenhängenden Text, oft auf Grundlage einer Grafik, einer Statistik oder eines Zitats. Hier zeigst du, dass du strukturiert argumentieren, Daten beschreiben und dich in einem sachlichen, formellen Stil ausdrücken kannst. Der mündliche Teil findet häufig an einem anderen Tag statt. In einem kurzen Gespräch sprichst du über ein fachliches Thema, präsentierst Inhalte und reagierst auf Nachfragen der Prüferinnen und Prüfer.

Da die DSH dezentral von jeder Hochschule erstellt wird, können der genaue Zeitrahmen und die Reihenfolge leicht variieren. Die geprüften Kompetenzen und Aufgabentypen folgen aber einer bundesweiten Rahmenordnung und sind deshalb überall vergleichbar. Informiere dich rechtzeitig über die konkreten Modalitäten an deiner Wunschhochschule, etwa über die Dauer der einzelnen Teile und die erlaubten Hilfsmittel.

Der schriftliche Teil dauert insgesamt mehrere Stunden und verlangt eine gute Konzentrationsfähigkeit. Es lohnt sich daher, schon im Training längere Einheiten am Stück zu üben, damit du am Prüfungstag nicht vorzeitig ermüdest. Achte außerdem darauf, dass du das Format der Antwortbögen kennst: Manche Hochschulen verlangen ganze Sätze, andere lassen Stichworte zu. Diese kleinen organisatorischen Details entscheiden im Ernstfall über wertvolle Punkte und lassen sich vorab leicht klären.

Für den mündlichen Teil bekommst du in der Regel eine kurze Vorbereitungszeit, in der du dich anhand eines Textes oder einer Grafik auf das Gespräch einstimmen kannst. Nutze diese Minuten, um dir Stichworte zu notieren und eine logische Reihenfolge für deinen Beitrag zu überlegen. Eine ruhige, strukturierte Präsentation wirkt überzeugender als ein schnelles, aber unsortiertes Sprechen. Übe deshalb nicht nur das, was du sagst, sondern auch, wie du deine Gedanken sinnvoll ordnest.

Dsh Prufung Bestehen Vorbereitung - DSH-Prüfung certification study resource

Bewertung und Niveaustufen

ab 57 %DSH-1
ab 67 %DSH-2 (Standard)
ab 82 %DSH-3
8–16 WochenEmpfohlene Lernzeit
4 schriftlich + 1 mündlichGeprüfte Bereiche
DSH-2 für die meisten FächerHäufiges Zielniveau

Wie viel musst du erreichen, um zu bestehen?

Die DSH wird in einem Gesamtergebnis bewertet, das den schriftlichen und den mündlichen Teil zusammenfasst. Maßgeblich ist der prozentuale Anteil der richtig gelösten Aufgaben. Ab 57 Prozent erhältst du DSH-1, ab 67 Prozent DSH-2 und ab 82 Prozent DSH-3. Für die meisten Studiengänge ist DSH-2 die Zugangsvoraussetzung, einige besonders sprachintensive Fächer verlangen DSH-3. Wichtig ist, dass in der Regel beide Teile, der schriftliche und der mündliche, ein Mindestniveau erreichen müssen.

Daraus ergibt sich eine klare Strategie: Verlasse dich nicht auf einen einzigen starken Bereich. Ein hervorragendes Leseverstehen kann eine schwache mündliche Leistung nicht beliebig ausgleichen. Ziel sollte ein ausgewogenes Niveau über alle vier Kompetenzen hinweg sein. Wer beim Üben gezielt seine Schwächen angeht, statt nur die Stärken weiter auszubauen, kommt am schnellsten ans Ziel.

Es hilft, das Ziel in Teilziele zu zerlegen. Statt nur das große Bestehen vor Augen zu haben, kannst du dir vornehmen, in jedem Übungstest einen bestimmten Prozentsatz zu erreichen und diesen Wert Schritt für Schritt zu steigern. So wird der Fortschritt sichtbar und messbar. Wenn du in einem Bereich über längere Zeit deutlich unter den anderen liegst, ist das ein klares Signal, dort mehr Zeit zu investieren. Diese ehrliche Selbsteinschätzung ist unbequem, aber sie ist der schnellste Weg zu einem ausgewogenen Gesamtergebnis.

Denke auch daran, dass die Bewertung neben dem Inhalt die sprachliche Korrektheit berücksichtigt. Gerade in der Textproduktion und im mündlichen Teil fließen Grammatik, Wortschatz und Aussprache mit ein. Es genügt also nicht, die richtige Idee zu haben; du musst sie auch sprachlich sauber ausdrücken. Wer beim Üben konsequent auf korrekte Strukturen achtet, statt nur irgendwie verstanden werden zu wollen, gewöhnt sich die nötige Präzision an und sammelt am Prüfungstag mehr Punkte.

Behalte beim Lernen immer das konkrete Zielniveau im Kopf. Für DSH-2 reichen rund zwei Drittel richtig gelöster Aufgaben. Das klingt machbar, und das ist es auch, wenn du gleichmäßig in allen Teilen trainierst. Strebe beim Üben bewusst etwas mehr an, als du am Ende brauchst, damit du am Prüfungstag einen Puffer hast und kleine Patzer nicht gleich das Ergebnis gefährden.

Hilfreich ist außerdem, sich über die Punkteverteilung der eigenen Hochschule zu informieren. Manche Teile fließen stärker in die Gesamtnote ein als andere. Wenn du weißt, welcher Bereich besonders zählt, kannst du deine Zeit noch gezielter einsetzen. Diese Information findest du meist auf den Seiten des Sprachenzentrums oder erhältst sie direkt im Vorbereitungskurs.

Ein Vorbereitungskurs an der Hochschule kann sich besonders lohnen, weil er dich mit dem genauen Format der dortigen DSH vertraut macht und dir erfahrene Lehrkräfte an die Seite stellt. Wenn ein solcher Kurs für dich nicht infrage kommt, lässt sich vieles auch im Selbststudium erreichen, sofern du diszipliniert übst und dir für die Textproduktion gelegentlich Rückmeldung holst, etwa von einem Sprachpartner oder einer Tandempartnerin.

Strategien für die vier Prüfungsteile

Trainiere drei Lesetechniken: Beim globalen Lesen verschaffst du dir schnell einen Überblick, beim selektiven Lesen suchst du gezielt eine Information, und beim detaillierten Lesen wertest du eine Textstelle genau aus. Markiere Schlüsselwörter und erschließe unbekannte Begriffe aus dem Zusammenhang, denn ein Wörterbuch steht dir in der Prüfung meist nicht zur Verfügung. Übe regelmäßig mit wissenschaftlichen Sachtexten, um dich an Aufbau und Wortschatz zu gewöhnen.

Dsh Prufung Bestehen Vorbereitung - DSH-Prüfung certification study resource

Ein realistischer Lernplan für die DSH

Wie viel Zeit du brauchst, hängt von deinem Ausgangsniveau ab. Liegst du bereits sicher bei B2 und möchtest C1 erreichen, sind acht bis sechzehn Wochen konzentrierter Vorbereitung ein guter Richtwert. Wichtiger als die reine Stundenzahl ist die Regelmäßigkeit. Wer täglich eine überschaubare Einheit übt, macht größere Fortschritte als jemand, der nur am Wochenende stundenlang lernt und unter der Woche pausiert.

Ein bewährter Rhythmus sieht so aus: Widme jeder Woche einen Schwerpunkt, etwa in der ersten Woche dem Leseverstehen, in der zweiten dem Hörverstehen und so weiter. Innerhalb der Woche mischst du jedoch immer alle Bereiche, damit keine Kompetenz einrostet. Schreibe mindestens einmal pro Woche einen vollständigen eigenen Text und lass ihn, wenn möglich, von einer Lehrkraft oder einem Sprachpartner korrigieren. Gerade die freie Textproduktion verbessert sich am stärksten durch Rückmeldung.

Halte deinen Fortschritt schriftlich fest. Notiere, welche Übungstests du bearbeitet hast und wo du Fehler gemacht hast. Wiederhole schwierige Aufgaben nach einigen Tagen erneut, ohne vorher die Lösung anzusehen, um zu prüfen, ob du den Stoff wirklich beherrschst. Diese aktive Wiederholung ist deutlich wirksamer als das bloße erneute Durchlesen von Lösungen.

Plane deine Wochen außerdem flexibel genug, um auf unerwartete Hindernisse reagieren zu können. Niemand schafft jede geplante Einheit, und das ist völlig normal. Wichtig ist, dass du nach einer verpassten Einheit einfach am nächsten Tag weitermachst, statt entmutigt aufzugeben. Ein Lernplan ist ein Werkzeug, kein starres Gesetz. Wenn du merkst, dass ein Bereich mehr Zeit braucht als gedacht, passe den Plan an und verschiebe andere Themen. Diese Beweglichkeit hält dich langfristig im Training.

In den letzten zwei Wochen vor der Prüfung solltest du den Schwerpunkt verschieben: Statt viel neuen Stoff aufzunehmen, wiederholst du jetzt vor allem und simulierst komplette Prüfungssituationen. Bearbeite ganze Übungstests unter Zeitdruck, schreibe vollständige Texte und sprich laut über fachliche Themen. So gewöhnst du dich an die Belastung und gehst mit einem realistischen Gefühl für dein Können in die Prüfung. Sorge in dieser Phase außerdem für genügend Schlaf, denn ein ausgeruhter Kopf arbeitet beim Verstehen und Formulieren deutlich besser.

Wochenplan für die DSH-Vorbereitung

  • Montag: Leseverstehen üben, einen wissenschaftlichen Sachtext durcharbeiten und neue Wörter mit ihrer Bedeutung sammeln.
  • Dienstag: Hörverstehen mit einem Vortrag oder Podcast trainieren und dabei die Notiztechnik mit Stichworten und Abkürzungen üben.
  • Mittwoch: Wissenschaftssprachliche Strukturen umformen, also Nominalstil, Passiv und Partizipien wiederholen und Grammatikregeln festigen.
  • Donnerstag: Akademischen Wortschatz festigen, Synonyme, Antonyme und feste Wortverbindungen lernen und in eigenen Sätzen anwenden.
  • Freitag: Einen vollständigen argumentierenden Text mit Einleitung, Hauptteil und Schluss schreiben und auf Konnektoren achten.
  • Samstag: Mündlich über ein fachliches Thema sprechen, sich dabei aufnehmen und die Aufnahme kritisch anhören.
  • Sonntag: Fehler der Woche durchgehen, schwierige Aufgaben ohne Lösung erneut bearbeiten und den Lernplan für die nächste Woche anpassen.
  • Zusätzlich täglich: Etwa zehn bis fünfzehn Minuten neue Vokabeln und feste Wortverbindungen wiederholen, idealerweise mit Karteikarten oder einer Lern-App.
  • Wöchentlich kontrollieren: Den eigenen Fortschritt notieren und prüfen, ob ein Bereich dauerhaft zurückbleibt und mehr Aufmerksamkeit braucht.

Vorbereitung in drei Phasen

📖

Phase 1: Grundlagen (Wochen 1–4)

Verschaffe dir einen Überblick über alle Prüfungsteile und das geforderte Niveau. Festige systematisch deine Grammatik auf C1-Niveau und baue deinen akademischen Wortschatz aus. Lies regelmäßig deutsche Sachtexte, um dich an Aufbau und Stil wissenschaftlicher Sprache zu gewöhnen. In dieser Phase geht es darum, das sprachliche Fundament zu legen, auf dem alle weiteren Kompetenzen aufbauen.
📌

Phase 2: Aufgabentraining (Wochen 5–12)

Jetzt stehen die konkreten Aufgabentypen im Mittelpunkt. Bearbeite gezielt Übungstests zu Leseverstehen, Hörverstehen und wissenschaftssprachlichen Strukturen. Schreibe wöchentlich einen vollständigen Text und lass ihn korrigieren. Übe das freie Sprechen über fachliche Themen. Analysiere deine Fehler genau und investiere mehr Zeit in die Bereiche, in denen du noch unsicher bist.
📌

Phase 3: Prüfungssimulation (letzte 2 Wochen)

Wiederhole vor allem und simuliere komplette Prüfungssituationen unter Zeitdruck. Bearbeite ganze Übungstests mit Stoppuhr, schreibe vollständige Texte im Zeitrahmen und sprich laut über fachliche Themen. Sorge für genügend Schlaf und gehe mit einem realistischen Gefühl für dein Können in die Prüfung. Vermeide es, am Vorabend noch viel Neues zu lernen, und konzentriere dich stattdessen auf eine kurze, beruhigende Wiederholung des bereits Gelernten.
Dsh Prufung Bestehen Vorbereitung - DSH-Prüfung certification study resource

Häufige Fehler und wie du sie vermeidest

Ein typischer Fehler ist die einseitige Vorbereitung. Viele Lernende konzentrieren sich auf das, was ihnen leichtfällt, und vernachlässigen die schwierigeren Bereiche. Da die DSH ein ausgewogenes Niveau verlangt, lohnt es sich, bewusst Zeit in die unbequemen Teile zu investieren. Wer das Schreiben scheut, sollte gerade die Textproduktion regelmäßig üben.

Ein zweiter Fehler ist mangelndes Zeitmanagement. In der Prüfung herrscht ein festes Zeitlimit, und unter Druck arbeitet man langsamer als beim entspannten Üben zu Hause. Simuliere deshalb echte Prüfungsbedingungen mit Stoppuhr, damit du am Prüfungstag dein Tempo richtig einschätzt. Plane vor allem bei der Textproduktion immer einige Minuten zum Überarbeiten ein, denn vermeidbare Grammatik- und Rechtschreibfehler kosten unnötig Punkte.

Schließlich unterschätzen manche den mündlichen Teil. Wer nur schriftlich übt, ist im Gespräch oft unsicher. Sprich deshalb regelmäßig laut, nimm dich auf und höre dir deine Antworten kritisch an. So verbesserst du Aussprache, Wortschatz und Flüssigkeit und gewinnst die nötige Sicherheit für das Prüfungsgespräch.

Ein weiterer verbreiteter Stolperstein ist das wörtliche Übersetzen aus der Muttersprache. Viele Lernende denken zuerst in ihrer eigenen Sprache und übertragen Satz für Satz ins Deutsche. Das führt oft zu unnatürlichen Formulierungen und Fehlern bei festen Wortverbindungen, etwa wenn jemand sagt, er wolle eine Entscheidung machen, statt eine Entscheidung zu treffen. Gewöhne dir daher früh an, in deutschen Wendungen zu denken und ganze Bausteine zu lernen, nicht nur einzelne Wörter. Das macht deine Sprache flüssiger und korrekter zugleich.

Auch die Vernachlässigung der wissenschaftssprachlichen Strukturen rächt sich. Dieser Teil wirkt auf den ersten Blick technisch und trocken, doch er ist gut planbar, weil die Umformungstypen begrenzt sind. Wer die wenigen Muster sicher beherrscht, holt hier verlässlich Punkte. Es lohnt sich also, gerade diesen scheinbar undankbaren Bereich konsequent zu üben, statt ihn bis zum Schluss aufzuschieben. Dasselbe gilt für die Rechtschreibung und Zeichensetzung, die in der schriftlichen Bewertung mitzählen und sich mit etwas Aufmerksamkeit leicht verbessern lassen.

Nicht zuletzt spielt die innere Einstellung eine wichtige Rolle. Wer mit großer Angst in die Prüfung geht, blockiert sich oft selbst und kann sein eigentliches Können nicht abrufen. Dagegen hilft vor allem gute Vorbereitung, denn Sicherheit entsteht durch Übung und nicht durch Hoffnung. Je öfter du eine Prüfungssituation simuliert hast, desto vertrauter und harmloser wirkt sie am echten Tag.

Atme vor dem Start bewusst durch, lies die Aufgaben in Ruhe und beginne mit den Teilen, die dir leichtfallen, um Vertrauen zu gewinnen. Mit dieser Haltung gehst du gelassener und konzentrierter an die Aufgaben heran und holst das Beste aus deinen Fähigkeiten heraus. Plane am Prüfungstag genug Zeit für die Anreise ein und nimm alle nötigen Dokumente mit, damit du entspannt und pünktlich ankommst.

Die vier Säulen deiner Vorbereitung

Verstehen
LesenHören
  • Verstehen: Trainiere das Verstehen wissenschaftlicher Texte und Vorträge mit gezielten Lese- und Hörtechniken. Übe globales, selektives und detailliertes Lesen, halte beim Hören Schlüsselbegriffe und Zahlen fest und erschließe unbekannte Wörter aus dem Zusammenhang, statt am einzelnen Begriff hängen zu bleiben.
Umformen
Strukturen
  • Umformen: Beherrsche die typischen Umformungen der Wissenschaftssprache: Nominalstil in Verbalstil, Aktiv in Passiv, Relativsatz in Partizipialattribut und Modalverben in Konstruktionen mit der Endung -bar. Da die Zahl dieser Muster begrenzt ist, lässt sich dieser Bereich besonders gut planen und sicher beherrschen.
Schreiben
Textproduktion
  • Schreiben: Übe argumentierende Texte mit klarer Gliederung in Einleitung, Hauptteil und Schluss. Nutze passende Redemittel, beschreibe Grafiken mit präzisen Verben und verbinde deine Gedanken mit Konnektoren. Plane am Ende immer Zeit zum Überarbeiten ein und lass deine Texte möglichst von einer Lehrkraft korrigieren.
Sprechen
Mündlich
  • Sprechen: Trainiere das freie Sprechen über fachliche Themen, um im mündlichen Teil sicher und flüssig zu reagieren. Sprich regelmäßig laut, nimm dich auf und höre dir die Aufnahme kritisch an, um Aussprache, Wortschatz und Flüssigkeit gezielt zu verbessern und Prüfungsangst abzubauen.

DSH im Vergleich: Vor- und Nachteile

Pros
  • +Du legst die Prüfung direkt an deiner Wunschhochschule ab und bist von Anfang an mit dem Umfeld vertraut.
  • +Viele Hochschulen bieten passende Vorbereitungskurse an, die genau auf ihre eigene DSH zugeschnitten sind.
  • +Die geprüften Kompetenzen bereiten dich unmittelbar auf den akademischen Alltag und das Studium vor.
  • +Bei Bedarf ist an vielen Hochschulen eine Wiederholung der Prüfung möglich.
  • +Die Aufgabentypen folgen einer bundesweiten Rahmenordnung und sind dadurch gut planbar und übbar.
Cons
  • Das Ergebnis gilt in erster Linie an der prüfenden Hochschule und ist nicht überall automatisch übertragbar.
  • Termine, Dauer und Modalitäten unterscheiden sich je nach Hochschule und müssen einzeln geklärt werden.
  • Die Vorbereitung erfordert über mehrere Wochen hinweg Disziplin und regelmäßiges Üben.
  • Ohne Rückmeldung durch Lehrkräfte ist die freie Textproduktion schwer selbst einzuschätzen.

Mit Übungstests gezielt trainieren

Theorie allein reicht nicht: Der wirksamste Weg zur DSH führt über das regelmäßige Lösen realistischer Aufgaben. Beginne mit dem Leseverstehen-Übungstest und arbeite dich Schritt für Schritt durch alle Bereiche. Mit dem Hörverstehen-Übungstest trainierst du das Erfassen von Vorträgen, und die wissenschaftssprachlichen Strukturen übst du am besten durch viele kleine Umformungsaufgaben.

Beobachte beim Üben, in welchem Bereich du am meisten Zeit brauchst und wo dir Fehler immer wieder unterlaufen. Diese Beobachtung steuert deinen weiteren Lernplan effektiver als jedes starre Schema. Lies außerdem nach jeder Frage die Erklärung aufmerksam, auch wenn du richtig geantwortet hast, denn so verstehst du, warum die anderen Optionen nicht passen, und prägst dir die zugrunde liegende Regel ein.

Sprachtraining über die Tests hinaus

Ergänze das Aufgabentraining mit gezieltem Sprachtraining: Festige deine Grammatik auf C1-Niveau, erweitere deinen akademischen Wortschatz und übe den Aufbau eigener Texte mit dem Übungstest zur Textproduktion. Diese drei Bausteine bilden zusammen das sprachliche Rückgrat, auf dem alle übrigen Prüfungsteile aufbauen.

Wenn du diese Übungstests mit dem Lesen deutscher Sachtexte, dem Hören von Vorträgen und dem regelmäßigen Schreiben kombinierst, deckst du alle Kompetenzen ab, die die DSH verlangt. Diese Mischung aus Aufgabentraining und aktivem Sprachgebrauch ist der zuverlässigste Weg zu einem guten Ergebnis und zum Studienplatz in Deutschland.

Bleib geduldig mit dir selbst, feiere kleine Fortschritte und nutze jede Gelegenheit, Deutsch zu hören, zu lesen, zu sprechen und zu schreiben, denn am Ende zählt vor allem die Regelmäßigkeit deines Übens. Mit einem klaren Plan, gezieltem Training und etwas Geduld ist die DSH-Prüfung gut zu meistern und öffnet dir die Tür zum Studium an einer deutschen Hochschule.

DSH Fragen und Antworten

About the Author

Petra KleinGeprüfte Bilanzbuchhalterin IHK, Steuerberaterin

Expertin für Finanz- und Steuerberufe

Frankfurt School of Finance & Management

Petra Klein ist geprüfte Bilanzbuchhalterin und Steuerberaterin mit über fünfzehn Jahren Berufserfahrung im Finanzwesen. Sie bildet regelmäßig Bankkaufleute, Steuerfachangestellte und Versicherungsfachleute auf ihre IHK-Prüfungen vor und weiß genau, wo die Prüfungsfragen knifflig werden. Ihre Erklärungen machen aus trockenen Zahlen verständliche Zusammenhänge.